Das Ende und der Beginn des Lebens
Andacht von Pfarrer Dankmar Pahlings / Osternienburg / Krankenhausseelsorge Diakonissenkrankenhaus Dessau
„Das ist das Ende – für mich der Beginn des Lebens“ – das waren seine letzten Worte kurz vor seiner Hinrichtung. Unermüdlich hatte er sich dafür eingesetzt, seine Kirche und sein Volk zu retten. Hatte Gewissensqualen auszustehen. Die letzten Jahre eingesperrt „unruhig, sehnsüchtig, krank wie ein Vogel im Käfig“. Und machte durch geschmuggelte Briefe seinen Glaubensgeschwistern Mut: „Die Bibel weist den Manschen an die Ohnmacht und das Leiden Gottes, nur der leidende Gott kann helfen“. Und schärfte ihnen ein: „Nicht der religiöse Akt macht den Christen, sondern das Teilnehmen am Leiden Gottes im weltlichen Leben“. Heute vor 75 Jahren bestieg Dietrich Bonhoeffer das Schafott. „Das ist das Ende – für mich der Beginn des Lebens“
Am heutigen Donnerstag gedenkt die westliche Christenheit zugleich des Abschiedsmahls von Jesus Christus kurz vor seiner Festnahme und Hinrichtung am Kreuz. Bei Brot und Wein wies der Meister seine Freundinnen und Freunde auf das nahe Ende hin, auf den schmerzlichen Verlust und das grässliche Leiden. Und zugleich wies er voraus in die Zukunft, die nach dem allen kommen würde.
Christus! Wir möchten, dass du dableibst, und mächtig hilfst durch deine wunderbare Kraft, Stürme stillst in unserem Leben und unserer Welt, Kranke heilst massenhaft, so wie du damals getan hast. Doch du gehst den Weg der Ohnmacht, lieferst dich aus, leidest und stirbst am Kreuz. Stärke unser Vertrauen auf dein Leben und das neue Leben, das du uns verheißt! Hab dank für Menschen wie Dietrich Bonhoeffer. Und segne besonders die Menschen, die heute ihr Leben für andere geben! Stärke in uns die Geduld und die Sehnsucht auf die Tischgemeinschaft mit dir! AMEN